Archive for April, 2009
Es ist ein herrliches Gefühl den Angeltag abends bei einem kühlen Bier Revue passieren zu lassen und sich entspannt in den Chefsessel zu setzen und anzufangen einen neuen Bericht für den Blog zu schreiben. Heute hatte ich etwas früher Dienstschluss und wollte erst gar nicht zum Fischen fahren sondern einige unwichtige Sachen erledigen. Wie konnte ich nur auf so eine schwachsinnige Idee kommen! Klarerweise gings dann doch ab ans Wasser und es sollte mein großer Tag werden!
Um etwa 12.30 kam ich an meinem preferierten Sektor an, an dem es einige “Glatzen” (krautfreie Zonen) gibt, die in etwa 3 – 10 m² haben. Deutliche Fressspuren entlarven die potentiellen Stellen an denen dann auch angefüttert und gefischt wird. Strategie ist die, das jede Glatze mit etwa einer handvoll Boillys angefüttert wird. Nicht das die “Gelben” noch satt werden, sondern nur damit sie auf den Geschmack kommen. So futtern sie ruhig und ohne verdacht jeden Spot leer. Alle paar Tage wechsle ich den Standort in dem 200 x 200m Gebiet, um das Ganze einzugrenzen. Perfekt dafür ist natürlich ein Boot, denn vom Ufer aus sind die Glatzen nur schwer bis gar nicht zu erkennen. In diesen “Pools”, umgeben von Kraut, ist meiner Ansicht nach, die Verwendung der Liftmontage am geeignetsten. Vom Land aus betrachtet sieht die Sache natürlich anders aus. Ich verwende eine normale Haarmontage, mit etwa 20 cm Vorfach. Der Vorteil, den wir mit einem Boot haben ist der, dass man nur wenige Meter vom Spot entfernt über dicht bewachsene Krautfeldern steht. Die Carps stören sich nicht weiter dadurch, denn Bootsverkehr sind sie gewöhnt und gesehen wird man so auch nicht so leicht.
Nach zwei langen Stunden endlich der erste Biss, den ich glatt verpennt hatte und der Anhieb ging ins Leere. “Mist, das passiert mir heute kein zweites mal.” Etwas angesäuert von meinem Fehler ging ich es nun konzentrierter an. Aufmerksam über eine Stunde lang auf die Schwimmer zu achten ist sehr ermüdend, aber zahlt sich ab und zu auch aus, so wie heute
Um etwa 15.30 begann sich der Schwimmer langsam zur Seite zu neigen, was bedeutete, dass die Montage angehoben wurde, und der SK-30 wieder einen Karpfen verführt hatte. Nach nur wenigen Sekunden der entscheidende Moment, der Schwimmer liegt flach auf dem Wasser. Jetzt rasch Schnur einholen, bis sie leicht gespannt ist und einen gut dosierten Anhieb setzen. “Bingo, der Pickt”, er versuchte natürlich instinktiv ins Kraut zu flüchten, um Schutz zu suchen, konnte aber durch den enorm steilen Winkel der Rutenspitze zum Fisch, nicht abtauchen. So konnte er gefahrlos über dem Kraut gedrillt werden. Da bemerkte ich auch gleich, dass es sich hier um ein gutes Exemplar handelt. Schwer zu sagen, wie viel ein Fisch wiegt, wenn man nur seine Siluette sieht, aber mir war klar, dass er sich gut bei +15 kg bewegen würde. Bei meinem letzten Ansitz hatte ich ja einen Karpfen im Kraut verloren, weil er mir zu viel Schnur von der Rolle riss und der Winkel zu flach wurde, um ihn an der Oberfläche zu halten. Dieses Mal war die Bremse fester eingestellt und so konnte er nur kurze Fluchtversuche starten. Alles in allem waren gut 20 min. nötig um den Burschen müde zu machen. Ausgedrillt konnte ich ihn dann sicher keschern und erst beim ins Boot Heben wusste ich genau, dass es sich um meinen PB handelt. Rasch ans Ufer zu meinem Bruder Jürgen, der gute 50 m unterhalb fischte, und den Fototermin klar machen. Er konnte es erst gar nicht glauben, beim Anblick dieses schönen Spieglers freute er sich mit mir über den gelungen Fang. Kurz noch gewogen und es stand fest, satte 20kg standen auf der Waage. Geil, was für ein Gefühl. Stolz wurden die üblichen Fotos geschossen und der Glot so schnell und schonend wie möglich wieder released. Der Tag war für mich gelaufen, nichts konnte dieses Erlebnis jetzt noch topen, und so beschloss ich mich gemütlich auf den Heimweg zu machen und den Tag relaxt und zufrieden ausklingen zu lassen. Nun hab ich genug geschrieben, hier kommen die Fotos…
Mehr Bilder könnt ihr in der Galerie sehen unter Friedfische/ Carps.
Tight Lines
Alex
P.S.: Wie ich eben erst bemerkt habe, hatte ich den Spiegler schon letztes Jahr in der Nähe gefangen. Da hatte er allerdings nur 19 kg. Leicht zu erkennen an dem weissen Fleck an der Schwanzflosse!
Heute konnte ich wieder nach einer meiner lieblings Methoden einen schönen 11.35 Glot überlisten. Ich lies mich vom kräftigen Süd-Ost Wind über krautfreie Stellen treiben und beobachtete genau was sich an den Graskanten abspielte. Einige kleine Karpfen waren bald ausgemacht aber kein größerer dabei. Fast am Seestern angekommen konnte ich einen schönen ausmachen. Schnell 2-3 Hände Mais gestreut und möglichst ohne viel aufsehen ans Ufer gestellt. Dann wurden meine Lieblings Kugeln aufgefädelt und einige zerstoßen und ab an die Graskante. Nach einer Stunde Packte er sich die SK 30 Murmel und ein schöner Drill konnte beginnen. Natürlich versuchte er so rasch es ging ins Kraut zu flüchten, konnte aber dem Druck meiner 3m Bootsruten nicht standhalten und so konnte er sich nur Oberflächen nahe austoben. Leider hatte ich keine bessere Cam dabei und so konnte ich nur ein Foto auf der Matte mit dem Handy schießen. War heuer schon einmal mit dieser Methode in sehr kurzer Zeit erfolgreich. ich muss noch die Montage verfeinern, aber unterm strich funktioniert die Liftmontage mit Haar tadellos.
MfG Alex

Die Zunge hängt mir bis zu den Knien, denn in 11 Tagen ist an meinem Hausgewässer wieder der Einsatz von Kunstködern an der Spinn bzw. Castingrute erlaubt. 5 Monate Raubfischabstinenz ist echt übel, aber mit umso mehr Begeisterung werd ich in die neue Saison starten. Ziel ist es dieses Jahr einen 50+ Barsch zu überlisten und endlich den Meter beim Hecht zu knacken. Das wird sicherlich nicht einfach werden, da ich glaube das nur einige wenige Exemplare überhaupt am Leben sind. Gezielte entnahme hat sich bei unserem Hauswasser leider noch nicht durchgesetzt, so werde ich Jahr für Jahr Zeuge das es auch den Meterhechten an den Kragen geht. Man kann nur gutes Vorbild sein, und hoffen das man Nachahmer findet. Bei den Barschen sieht es ähnlich aus, wobei hier der Angeldruck sicher nicht sehr groß ist und man jederzeit auf einen Kapitalen hoffen kann. Futterfische gibt es ja in rauen Mengen was meine diesjährige “Mission” sicher nicht einfacher macht. Man darf also gespannt sein ob dieses Jahr erfolgreicher sein wird als das Letzte. Sicher werden auch wieder Tagestripps an andere große Gewässer gestartet von denen auch hier zu lesen sein wird.


















